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Februar 2019

Die Verwirrung feiern: Die Menschenfabrik

„Aber die Willensfreiheit!“ entgegnete ich – „Die ist bei den anderen auch nur ein Hirngespinst“ – Aber die süße Täuschung, sie zu besitzen!“ – Ihren Verlust spürt meine Rasse auch nicht.“ Diese Dialoge! Fast jeder lässt einen innehalten. Verblüfft, erhellt, verwirrt. Doch es gibt auch sehr viele schöne Sätze in diesem schmalen Band, deswegen ein […]

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Februar 2019

Online! Oder: Laufend lesen und lesend mäandern

Der erste Blog „live“. Seit Tagen frage ich mich, welches Buch soll es sein? Der Jahresbeginn war und ist lektüreintensiv wie selten. Es war Unnötiges dabei, auch richtig Ärgerliches (dazu ein andermal) – vor allem aber viele Diamanten. Ich kann unmöglich eines heraussuchen. In den nächsten Wochen werden sie alle hier Beachtung finden. Dazu kommt: Ich mäandere. Oft tauche ich über Tage oder Wochen in ein Buch, sei es, weil neben ihm im Kopf kein Platz ist, sei es, weil es schnell gelesen werden muss.

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Februar 2019

Das Gedicht von den Sätzen

Viel gelesen heute. Sätze die was sagen.
Sätze die klagen.
Sätze die schlagen,
Seele und Magen.

Sätze die verzagen
machen, weil sie, so getragen,
an der Leichtigkeit nagen.

Aber auch Sätze, die tragen
durch alle Lagen,
reich wie Sagen
oft sind es welche, die fragen.

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Dezember 2018

Lesen und sprachlos sein: Bluets

„65. Die Gebrauchsanweisung, die auf der Verpackung des blauen Bröckchens gedruckt war: >>Blau in Stoff einwickeln. Das Blau rühren und gleichzeitig in verbleibendem Spülwasser kneten. Jedes Teil separat für kurze Zeit eintauchen; dabei in Bewegung halten.<< Ich mochte diese Gebrauchsanweisung. Ich mag Blaues, was in Bewegung bleibt.“ „133. Ich habe versucht, mich in einem Land […]

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November 2018

Tipps von Buchhändlern lesen: Mein Ein und Alles.

Kann ein Buch zu gut sein? So gut, dass das Leid, von dem es erzählt, einem so nah geht, dass man Angst hat vor dem Weiterlesen? So brutal, dass man Stellen ganz hastig liest oder überspringt, weil man selber Schmerzen hat, körperlich? Aber das einem die Figuren eben auch so nahe bringt, dass man sie […]

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November 2018

Tipps von Buchhändlern lesen: Die Manon Lescaut von Turdej

In Buchhandlungen gehen und Empfehlungenlesen: Die Manon Lescaut von Turdej
„Mein Nachbar Aslamasjan hingegen war ritterlich. Er schlief sehr ausdrucksstark, lag ausgestreckt auf dem Rücken, eine Hand im Nacken.“

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November 2018

Zeitungen Weglesen: Pauschalismus und Holzbein

Zeitungen ausgedünnt und weggelesen. Der Stapel ging bis in den September. In einer Spätsommer-Ausgabe schreibt Bernhard Pörksen, der sowieso immer wieder großes Nachdenkmaterial liefert, über Verallgemeinerungen, das schnelle Urteil, oder den „Pauschalismus“, wie er das nennt, der überall, im Privaten wie in der Politik, am Flughafen (da beginnt sein Text) und in den Medien und […]

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Oktober 2018

Lesen und das Leise lieben: Ausgekafkat

„Was sagten Sie da zum Professor (…) es hat sich >ausgekaspert<, oder wie?“ – „Nein, ausgekafkat! Einfach ein Sprachspiel. Wie... verschillert... oder entbrechtet. Nur eben mit Kafka.“

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Oktober 2018

Gelesen und geweint: Midnight Cowboy

Könnte ich heute in mein Tagebuch schreiben, Kafka kopierend. Oder einfach: Ein Buch gelesen. Geweint. Das hab ich nämlich gemacht, während das Kind kickte und jetzt bin ich durch mit „Midnight Cowboy“ von James Leo Herlihy und, und das ist wichtig, denn wäre es nicht so, hätte ich das Buch wohl nicht gelesen, Daniel Schreiber. […]

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