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Mai 2021

Warme Croissants und kalte Morde – Louise Pennys Krimis

Und wieder sah er das entzückende Bistro vor sich und den freundlichen Mann mit dem Messer.

Three Pines findet man nicht, Three Pines findet einen. Auch mich hat das kleine Dorf in den Wäldern von Quebec gefunden und ich habe viele Tage dort verbracht. Gute, helle Tage, trotz der düsteren Ereignisse, die den Ort in verblüffender Anzahl regelmäßig heimsuchen. So viele Tote, und eine Tat perfider als die andere. Dass die Bewohner der schmucken Häuser rund um den Anger weiterhin so vertrauensvoll und heiter beisammensitzen, essen und trinken, kann man nur bewundern.

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Februar 2021

Lass das Suchen, sie finden Dich. Vom Bücherkaufen

Als der Zug um 10:46 aus dem Bahnhof hinausfuhr, hielt sie den Kopf gesenkt vor Scham, dass die Stadt, die fast zehn Jahre lang ihr Wohnort gewesen war, keine Buchhandlung gewollt hatte.  Penelope Fitzgerald, Die Buchhandlung

Ein Satz, den man mehrmals lesen muss. Zumindest mir ging es so. Eine Stadt will keine Buchhandlung. Abgesehen vom traurigen Schicksals der Hauptfigur Florence, die so gekämpft hat und doch aufgeben muss, ist diese Tatsache doch das Erschütterndste. Und machen diesen letzten Satz zu einem der traurigsten, die man je gelesen hat.

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Januar 2021

Verwoben: Von Lebensbüchern und magischen Momenten

„Und Ulrich bemerkte nun, daß ihm dieses primitiv Epische abhanden gekommen sei, woran das private Leben noch festhält, obgleich öffentlich alles schon unerzählerisch geworden ist und nicht einem „Faden“ mehr folgt, sondern sich in einer unendlich verwobenen Fläche ausbreitet.“ – Robert Musil, MoE

Es ist wohl kein Zufall, dass das Kind seine ersten Schritte auf der unendlich verwobenen Fläche in dieser Zeit der Stille und des Stillstands getan hat.

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November 2020

Hauchzarter Stoff oder: Der Zukunfts-Soli

Ein paar Worte vorab. Ich bin mir der unendlichen Not, in die das Virus die allermeisten Menschen stößt, bewusst. Jeden Tag, jede Stunde. Habe selber schon tiefe Täler durchschritten und manchmal war’s knapp. Weitere werden folgen. Aber. Ich kann und will mich nicht beugen. Will nicht mehr weinen und fluchen. Will Kräfte freisetzen. Meine und die anderer. Daraus resultiert dieser Text.

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September 2020

Worte suchen und finden in der Sprachlosigkeit: Moria

Lass uns den Globus mit Frieden fluten

mit Demut, Licht und stillem Tanz.

Lass es uns aufhalten, das große Verbluten

gemeinsam und vor allem ganz.
Das Schreien der Kinder durchschneidet die Nacht

könnt Ihr sie hören? Ich schon.

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August 2020

Was für ein seltsames Jahr. Was war. Was bleibt. Was kommt.

Was heißt schon unscheinbar, wenn man genau hinschaut.

Ein augenöffnendes Buch. Das im Benjaminschen Sinne Empathie und Emphase verbindet. – Ilma Rakusa über „Farbe: Stadt“

Wo fange ich nur an? Es ist soviel passiert – und so vieles nicht. Blogbeiträge zum Beispiel sind nicht passiert.

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Februar 2020

Vom Trauern, Sterben und Leben: Herr Rudi und die anderen

Wenn die ganze Welt in den Hände zerbricht, wird es einen Moment zwischen Dir und dem Universum ganz, ganz still.  (Anna Herzig, Herr Rudi)

„Verknallte Grüße, euer Team von Voland & Quist“ heißt es am Ende der Verlags-Mail zum Erscheinen von „Herr Rudi“. Spätestens da wusste ich, dass ich Herrn Rudi kennenlernen muss.

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Januar 2020

Von Gewalt und Kraft: Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt

Die Verbindung von Zärtlichkeit und Strenge ist eine unschlagbare Kombination. Wie Not und Intelligenz, die nicht durch formale Bildung geschliffen ist. (Maya Angelou: Ich weiß, warum der gefangene Vogel singt)

Eine gute Freundin und ich, wir haben am selben Tag Geburtstag, schenken einander seit rund 15 Jahren jedes Jahr ein Buch. Und beweisen Jahr für Jahr, dass man auch Vielleserinnen noch überraschen kann.

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November 2019

Wohnsitz von Welt und Detail: Mein Alphabet

Mein Augenmerk gilt den kleinen Dingen, denn in ihnen spiegeln sich die sogenannt großen. Das Augenmerk muss aber präzis sein. Und das Gesagte erst recht. (Ilma Rakusa, Mein Alphabet)

Cafés sind fast immer ein guter Ort um zu lesen. Manche Bücher wollen aber geradezu im Café gelesen werden – sowie es Cafés gibt, die unmissverständlich nach ihrer Lektüre rufen. Genau dort und in diesem Moment.

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