Blog: Lese-Erlebnis

Mai 2019

Fernes zusammenlesen: Perlen der Friedenauer Presse

„Vielleicht gibt es aber gar keine Wunder, und dass wir ein Wunder erwarten, zeugt lediglich von der Schwäche unserer Seele und der Unfähigkeit, etwas zu begreifen, das bedeutsamer als ein Wunder ist.“  (Wsewolod Petrow, Wunder) „Warum sich die Hoffnung versagen, glücklich zu sein, und zwar auf die lebhafteste Art?“ (Émilie du Châtelet, Rede vom Glück) […]

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Mai 2019

Nicht nur ein Buch für Kinder: Ein mittelschönes Leben

„Früher war der Mann mal ein Kind, das ist ja logisch. Jeder war ja früher mal ein Kind.“ „Und dann ist das Unglück gekommen.“ Mit den ersten beiden Sätzen beginnt die kurze Geschichte „Ein mittelschönes Leben“. Mit ihnen beginnt auch dieser kleine Text, weil sie sich so festgekrallt haben. Wir vergessen das oft. Das jeder […]

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April 2019

Wenn ein Haus lebt: Karosh Thahas „Krabbenwanderung“

„Sie hebt den Kopf und schaut mich an, wie keine Tochter auf der Welt angeschaut werden will.“ Und jetzt also Sanaa. Schon nach wenigen Seiten von Karosh Tahas „Beschreibung einer Krabbenwanderung“ wusste ich, dass auch diese junge Frau neben etlichen anderen, die mir im Laufe des letzten Lektüre-Jahres begegnet sind, für immer im Leseherzen behalten […]

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April 2019

Bücher-Date: Synchronicity und Die Welt der Farben

„Ich brachte den (grauen) Lappen in meine (graue) Küche zurück, nahm dann meinen (grauen) Tee und nippte daran, während ich in mein (graues) Zimmer zurücklief.“ (Sharon Dodua Otoo, Synchronicity)  „Zu anderen Zeiten gehörte in die Garderobe der gutgekleideten Dame unbedingt ein pelzbesetzter Mantel in Haarbraun und ein Häubchen, verziert mit klatschmohnroten Federn und zitronengelber Sarsenettseide. Hin […]

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März 2019

Ein Jahrzehnt lesen und begreifen: Wolfszeit

„Wer konnte, tanzte.“  „Denn ungeachtet ihrer Einmaligkeit kann eine Epoche – auf ihre Struktur hin befragt – Momente der Dauer enthalten, die noch in unsere Gegenwart hineinreichen.“ (Reinhart Koselleck, Kritik und Krise) Sachbücher, zumal sehr dicke, haben es bei mir nicht ganz leicht. Nicht, weil ich nicht begierig wäre auf neues Wissen, andere Länder und […]

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März 2019

Vom Behüten: Ab hier nur Schriften & Wachsen lassen

Gefühle sind und bleiben Kinder. (Timo Brandt: Entsagung der  bereiten Würmer) Ich wird mit meinem Gummiboot den Horizont erheitern. (Bettina Strang: Verschoben) „Solange es Menschen gibt, die wegen der Konkretheit von Regenschirmen einen Kloß im Hals haben, werde ich die Hoffnung, die ich so gerne lakonisch beiseite wische, nicht aufgeben.“ Vor einiger Zeit habe ich […]

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Februar 2019

Von den Arten der Liebe lesen: Frauenherz

„Kennen Sie Lamas? Dieses Vieh da hinter uns, das ist wohl die einzige Kreatur, die in dem ganzen Auflauf hier ruhig bleibt. Wird schon einen Grund haben. Es soll ihn angespuckt haben, den Kleinen. Bevor er vom Zaun gekippt ist. Haben Sie’s gesehen?“  Einer von vielen Gründen, diesen Blog zu beginnen, waren für mich die […]

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Februar 2019

Die Verwirrung feiern: Die Menschenfabrik

„Aber die Willensfreiheit!“ entgegnete ich – „Die ist bei den anderen auch nur ein Hirngespinst“ – Aber die süße Täuschung, sie zu besitzen!“ – Ihren Verlust spürt meine Rasse auch nicht.“ Diese Dialoge! Fast jeder lässt einen innehalten. Verblüfft, erhellt, verwirrt. Doch es gibt auch sehr viele schöne Sätze in diesem schmalen Band, deswegen ein […]

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Februar 2019

Online! Oder: Laufend lesen und lesend mäandern

Der erste Blog „live“. Seit Tagen frage ich mich, welches Buch soll es sein? Der Jahresbeginn war und ist lektüreintensiv wie selten. Es war Unnötiges dabei, auch richtig Ärgerliches (dazu ein andermal) – vor allem aber viele Diamanten. Ich kann unmöglich eines heraussuchen. In den nächsten Wochen werden sie alle hier Beachtung finden. Dazu kommt: Ich mäandere. Oft tauche ich über Tage oder Wochen in ein Buch, sei es, weil neben ihm im Kopf kein Platz ist, sei es, weil es schnell gelesen werden muss.

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Dezember 2018

Lesen und sprachlos sein: Bluets

„65. Die Gebrauchsanweisung, die auf der Verpackung des blauen Bröckchens gedruckt war: >>Blau in Stoff einwickeln. Das Blau rühren und gleichzeitig in verbleibendem Spülwasser kneten. Jedes Teil separat für kurze Zeit eintauchen; dabei in Bewegung halten.<< Ich mochte diese Gebrauchsanweisung. Ich mag Blaues, was in Bewegung bleibt.“ „133. Ich habe versucht, mich in einem Land […]

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